Programm für Donnerstag,
den 10.09.2026
umBAUbar
19:30 Uhr
Lisa Dawel
Marine Perception – Circular AI, DFKI
Schrauben statt Schrott
Warum werfen wir so viele Dinge weg? Liegt es an den Konsument*innen, die immer das Neueste wollen – oder an Produkten, die sich kaum noch öffnen, geschweige denn reparieren lassen?
Klar ist: Nachhaltig ist das nicht. Doch reparierbare Produkte zu entwickeln ist schwieriger, als man denkt. Zwischen Ökodesign, Klimabilanz, Kosten und Nutzerfreundlichkeit entsteht ein echt „verhextes“ Problem. Wir ergründen gemeinsam, warum Reparierbarkeit messbar werden muss, welche Orientierung Konsument*innen heute schon haben – und warum wir in Zukunft vielleicht wieder einen Schraubenzieher brauchen.
20:45 Uhr
Prof. Dr. Kimberley Peters
Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität
Shipping: The Invisible Lifeline of Globalisation
[Talk in English]
This year, we have seen that all it takes is closing a 55-kilometre-wide strait to shipping traffic to send shockwaves around the world. Ships move 90% of trade around our world, meaning we are all connected to the sea. Essential goods such as oil, gas and fertiliser are shipped around the world in containers, just like mobile phones, shoes and other everyday items. Although it is vital to our daily lives, maritime transport is often overlooked. We’ll take a look at the forces that impact it and the wide ranging environmental impacts that are linked to the globalised world of shipping. The aim? To look differently at the industry that sustains us.
umBAUbar
Stau 25 - 27, 26122 Oldenburg
Artischocke Weinbar
19:30 Uhr
Dr. rer. nat. Astrid Rakow
B.Sc. Wirtschaftsinformatik Heike Schlitt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Institute of Systems Engineering for Future Mobility e
Autonomes Fahren ist einfach – bis jemand denken muss
Ein Hund springt auf die Straße. Hinter uns ein LKW. Bremsen? Asuweichen? Einfach weiterfahren? Zum Glück müssen wir das nicht entscheiden – jedenfalls nicht, wenn das Auto selbst fährt.
Aber genau hier beginnt das Problem: Was muss ein autonomes Fahrzeug eigentlich wissen, um sinnvoll zu reagieren? Und was ist nur unwichtiges Beiwerk? In diesem Vortrag geht es um Hunde, Schatten, missverstandene Hindernisse und die Frage, wie man Maschinen beibringt, in einer unsicheren Welt gute Entscheidungen zu treffen.
Garda Gourmet Weinbar
19:30 Uhr
Robin Battenberg
Jade Hochschule – Technik und Gesundheit für Menschen
Alt und schutzbedürftig in Katastrophen – von wegen!
Wenn der Strom ausfällt, das Wasser steigt und nichts mehr funktioniert – wer kommt besser klar: die Handy-Fraktion oder die „Ich hab schon ganz Anderes erlebt“-Generation?
Ältere Menschen gelten als besonders schutzbedürftig bei Katastrophen. Doch stimmt das wirklich – oder steckt in ihnen ein unterschätztes Potenzial?
Wir schauen auf Klischees, finden überraschende Stärken und geben konkrete Ideen, wie wir ältere Menschen besser unterstützen können – und vielleicht selbst etwas krisenfester werden.
20:45 Uhr
Arlena Wellßow
OFFIS – Institut für Informatik
Der Schmetterlingseffekt: Wie KI-Agenten globale Krisen voraussehen
Dürre in Brasilien, teure Lebensmittel in Oldenburg – wie hängt das zusammen? Wir leben in einer vernetzten Welt: Gibt es eine Dürre in Südamerika, spüren wir das Wochen später im Supermarktregal. Wenn die Versorgung wackelt, zählen im Ernstfall Sekunden. Doch statt starrer Notfallpläne setzen wir auf eine andere, proaktive Geheimwaffe: digitale Bodyguards. Wir blicken hinter die Kulissen von intelligenten KI-Agenten, die globale Dominoeffekte im virtuellen Crashtest durchspielen, um Schwachstellen zu finden, bevor es zu kritischen Situationen kommt
Garda Gourmet Weinbar
Kasinoplatz 3, 26122 Oldenburg
Marvins
19:30 Uhr
Nicolas Arndt
Universität Oldenburg – Institut für Pädagogik
Grundschule ohne Informatik: Ein Systemfehler?
Was haben Staubsauger, Tafeln und die Tonie-Box gemeinsam? Sie alle funktionieren nach den gleichen Prinzipien wie Computer. Ja klar, Informatik ist längst nicht mehr nur für Nerds, sondern begegnet uns überall. Doch warum sollen Kinder schon in der Grundschule lernen, wie ein Computer rechnet? „Die sind doch eh digitale native“ oder „hängen schon genug vor Bildschirmen und sollten mal lieber draußen spielen!“ Wir fragen, wie digitale Themen ohne Bildschirm (unplugged) in der Grundschule unterrichtet werden können und entdecken gemeinsam den Computer in uns.
20:45 Uhr
Prof. Dr. Martin Georg Bleichner
Universität Oldenburg –Translationale Psychologie, Department für Psychologie
Was macht ihr Gehirn eigentlich den ganzen Tag?
Wir gehen durch eine Welt voller Eindrücke – aber jede*r erlebt sich und die Welt ein bisschen anders. Und dieses Erleben verändert sich ständig: von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag, manchmal von Minute zu Minute. Die Welt wirkt als Kind anders als im Erwachsenenalter, hungrig anders als satt und gut ausgeschlafen anders als nach einer Nacht mit drei Stunden Schlaf und schlechten Nachrichten. Wir nehmen uns selbst und unsere Umgebung immer wieder neu wahr – je nach Körperzustand, Erfahrung, Erwartung und Stimmung. Was treibt unser Gehirn dabei eigentlich den ganzen Tag – und warum fühlt sich die Welt manchmal ganz anders an als gestern?
Marvins
Rosenstraße 6, 26122 Oldenburg
Die Ule
19:30 Uhr
Helge Schnack
Universität Oldenburg, Präventions- und Rehabilitationsforschung
Das neue Spice? Wie deutsche und niederländische Krankenhäuser mit dem Pflegepersonalmangel umgehen
Was haben Krankenhäuser in der Ems-Dollart-Region und das Buch Dune von Frank Herbert gemeinsam? In beiden geht es um den Kampf um wichtige Ressourcen: Was im Buch Dune das Spice ist (eine lebensverlängernde Substanz), sind für Krankenhäuser in der deutsch-niederländischen Grenzregion Pflegefachkräfte. Fehlen diese, kann das zu Einbußen in der Krankenversorgung oder zu einer Überlastung des Personals führen. Um dies zu verhindern, ist – wie im Buch von Frank Herbert – ein spannender Wettlauf um die lebenswichtigen (Personal-) Ressourcen entfacht. Dabei nutzen die Krankenhäuser sowie Protagonist*innen im Buch ihre ganz eigenen Strategien.
20:45 Uhr
Dr. Avril von Hoyningen-Huene
Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität
Gehen zwei Algen auf Kohltour, eine friert, die andere nicht…
Der Klimawandel sorgt dafür, dass der Arktische Ozean sich schneller erwärmt als andere Gebiete auf der Erde. Strömungen, die unsere Gewässer passieren, transportieren nicht nur Nährstoffe und Wärme in die Arktis, sondern auch Algen und andere Mikroben.
Wie fühlen sich die Neuankömmlinge im Norden? Verkriechen sie sich, bis der Sommer kommt, während für heimische Algen die Kohltour bei Schneeregen erst so richtig Spaß macht? Wer genießt die Biergartensaison gemeinsam und welche Mikrobe sitzt auch an Weihnachten noch im schummrigen Licht an der Theke eines dunklen Pubs?
Zusammen erkunden wir, wie sich Algen an den Lebensraum Arktis anpassen.
Ule
Burgstraße 12, 26122 Oldenburg
Karin's Kneipe
19:30 Uhr
Lotta Tiba Pfennig
Universität Oldenburg – Institut für Geschichte
Vom Verdrängen ins Erinnern: Die Baseballschlägerjahre
In den frühen 1990ern regierten sie die Straßen des wiedervereinigten Deutschlands: Faschos in Bomberjacken, Springerstiefeln und Domestos-Jeans, die u.a. migrantisierte, queere, linke und alternative Menschen einschüchterten, bedrohten und umbrachten. Lange Zeit nahezu vergessen, formt sich nun langsam das Erinnern an die Gewaltausschreitungen der Nachwendejahre. Wer spricht heute wie über diese sogenannten Baseballschlägerjahre, wie (üb)erlebten die Betroffenen die ihnen zugefügte Gewalt und wie lässt sich der braune Faden rechter Gewalt bis in die Gegenwart ziehen?
20:45 Uhr
Anastasia Bauch
Jade Hochschule – Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie
Künstliche Intelligenz, echte Schnecken – Auf Spurensuche im kolonialen Kulturerbe
Hier geht es nicht einfach nur um Schnecken – das Gehäuse dieser Schönheiten aus dem Meer diente in der Vergangenheit als Schmuck, rituelles Objekt und auch als Währung. Um die kulturhistorische Bedeutung eines Objektes, in unserem Falle der Kauri-Schnecke, zu erfassen, untersuchen Kulturhistoriker*innen diverse Medien. Eine gründliche Literaturrecherche ist dabei das A und O jeder fundierten Analyse, aber auch zeitaufwendig. Kann hier die KI helfen? Statt aufwendig jede Quelle von Hand durchzugehen, kann die KI gezielt nach relevanten Textstellen suchen – selbst dann, wenn Begriffe wie „Schnecke“ oder „Kauri“ gar nicht direkt erwähnt werden. Wie das geht und was mit den Ergebnissen passiert, verrät dieser Vortrag.
Karin's Kneipe
Bergstraße 15, 26122 Oldenburg
The Pub
19:30
Prof. Dr. Jörg Albert
Universität Oldenburg – Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften / Department für Neurowissenschaften
Mix and Match …and catch her if you can: The peculiar world of mosquito acoustic mating
[Talk and moderation in English]
Some mosquitoes are a nuisance, others carry disease. The vast majority, however, does neither the one nor the other. About 2% of all 3,500 mosquito species cause problems to humans. But all of these species have one thing in common. They need to fly, to be able to hear. And they need to hear, to be able to mate. Mosquito copulation is an acrobatic act, taking place in mid-flight, and mid-air. In this talk, I will try to shed some light on the intriguing ‘cryptoacoustic’ world of mosquito mating rituals.
Buddel Jungs Bar
19:30 Uhr
Prof. Dr. Sinikka Lennartz
Universität Oldenburg – Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)
Der Ozean der Zukunft – wie ein Meer in mathematische Gleichungen passt
Die Ozeane schlucken einen Teil des CO₂, das wir Menschen ausstoßen. Sie transportieren Kohlenstoff über Tausende Kilometer, speichern ihn über lange Zeiträume und beeinflussen damit unser Klima. Forschende der Ozeanmodellierung versuchen, all diese Prozesse in Computermodellen abzubilden. Aber wie macht man das eigentlich? Woher weiß ein Ozeanmodell, was morgen, in 50 Jahren oder am Ende des Jahrhunderts passiert? Und weiß es das überhaupt? Ein Streifzug durch die Welt der Ozeanmodellierung, kleiner Mikroorganismen mit globalem Einfluss und der Frage, was Klimamodelle uns über die Zukunft verraten können – und was nicht.
20:45 Uhr
Susanne Heinrich
Dennis Sanders
Jade Hochschule – Institut für nachhaltige Energieversorgung
Der Dampf, der die Zukunft antreibt: Emissionsfreier Strom aus H2 und O2
Die Dampfmaschine war der Motor der industriellen Revolution. Seitdem nutzt der Mensch Dampf, um Energie zu erzeugen. Fast schon etwas ernüchternd ist die Erkenntnis, dass selbst modernste Technologien am Ende oft wieder darauf hinauslaufen: Wasser erhitzen, Dampf erzeugen und damit eine Turbine samt Generator antreiben. Ohne Dampf wäre in thermischen Kraftwerken, die lange die Basis unserer Stromversorgung bildeten und bis heute eine zentrale Rolle spielen, also erstaunlich wenig los.
Während Wind und Sonne ohne diesen Umweg auskommen, bleibt Dampf für große, kontinuierliche Energiemengen zentral. Genau hier setzt das H₂-O₂-Pionierkraftwerk an: Es erzeugt sauberen Dampf direkt aus Wasserstoff und Sauerstoff – schnell, flexibel und emissionsfrei.
Zeit, dem Dampfkraftwerk etwas mehr Hirn vom Hahn zu geben.
Buddel Jungs Bar
Friedensplatz 2, 26122 Oldenburg